Bist du auch der Typ Unternehmer, der lieber selbst Hand anlegt, weil nur so die Qualität stimmt? Der ungern loslässt, weil am Ende doch wieder er die letzte Entscheidung trifft? Dann kenne ich dich, denn genau so war ich auch. Und ausgerechnet dieser Charakterzug wird in der Trauer zu einer stillen Falle, in die viele Unternehmer tappen, ohne es zu merken.
Ich bin Jens Schmidt, Unternehmer und Trauercoach. Nach dem plötzlichen Tod meines Sohnes Tim musste ich schmerzhaft erfahren, wie sehr mein Kontrollbedürfnis mich in dieser Zeit fast an den Rand gebracht hat. Ich erzähle dir heute nicht, wie du das alles "in den Griff" bekommst – dafür ist es noch zu früh. Ich möchte dir erst einmal zeigen, was mit dir gerade wirklich passiert, wenn du versuchst, weiterzumachen wie bisher.
Der Kraftverlust, den du selbst kaum bemerkst
Was in der Trauer besonders tückisch ist: Du merkst gar nicht genau, wie viel Substanz dir gerade fehlt. Du funktionierst noch, du gehst noch ins Büro, du beantwortest noch E-Mails. Aber unter der Oberfläche ist etwas grundlegend anders. Konzentration, die früher selbstverständlich war, kostet jetzt enorme Anstrengung. Entscheidungen, die du früher in Sekunden getroffen hast, drehen sich jetzt endlos im Kopf, ohne dass ein klares Ergebnis herauskommt.
Das ist keine Einbildung und kein Charakterfehler. Trauer beansprucht dieselben Bereiche im Gehirn, die auch für Arbeitsgedächtnis und komplexes Denken zuständig sind. Dein Kopf arbeitet buchstäblich mit weniger Kapazität, egal wie sehr du dich anstrengst, es zu überspielen. Viele Unternehmer merken diese Einschränkung erst, wenn ihnen ein Fehler unterläuft, der ihnen früher nie passiert wäre – und erschrecken dann über sich selbst.
Wie ich versucht habe, das zu überspielen
Ich will ehrlich mit dir sein: Ich habe lange versucht, so weiterzumachen, als wäre nichts. Jede Faser in mir hat sich dagegen gewehrt, zuzugeben, dass ich gerade nicht mehr alles allein tragen kann. Ich hatte die feste Überzeugung: Wenn ich loslasse, bricht etwas zusammen, das ich über Jahre aufgebaut habe. Diese Überzeugung war ein Selbstschutz, aber ein sehr teurer. Ich habe damals nicht gesehen, wie sehr ich mich selbst dabei aufgerieben habe, nur um nach außen den Eindruck zu wahren, alles laufe normal weiter. Innerlich war davon aber immer weniger übrig.
Die Flucht, die sich wie Stärke anfühlt
Was ich immer wieder bei mir und bei anderen Unternehmern beobachte: Der Trauerfall wird zum Anlass, sich noch tiefer in die Arbeit zu stürzen. Der Gedanke dahinter klingt fast vernünftig: "Ich bin unersetzlich, ohne mich läuft hier nichts." In Wahrheit ist das oft keine Stärke, sondern eine sehr wirksame Flucht – vor dem Gefühl, das man eigentlich zulassen müsste. Diese Flucht funktioniert eine Zeit lang erstaunlich gut. Man fühlt sich beschäftigt, gebraucht, funktionsfähig. Aber die Trauer wartet nur. Und sie meldet sich am Ende genau dann zurück, wenn man es am wenigsten erwartet und am wenigsten Kraft dafür übrig hat – oft mitten in einer Situation, in der man eigentlich Stärke zeigen wollte.
Was diese Erschöpfung wirklich bedeutet
Es ist wichtig, dass du das an dieser Stelle nicht als persönliches Versagen liest. Dass deine Energie gerade eingeschränkt ist, sagt nichts über deine unternehmerische Fähigkeit aus. Es sagt etwas darüber aus, wie viel du gerade im Inneren verarbeitest, während du nach außen den Betrieb am Laufen hältst. Diese doppelte Last – Trauer und unternehmerische Verantwortung gleichzeitig – ist eine der größten Belastungen, die es gibt. Und die wenigsten Menschen in deinem Umfeld können wirklich einschätzen, wie erschöpfend das tatsächlich ist, weil sie es selbst nie durchleben mussten.
Genau das macht diese Phase so einsam: Du siehst nach außen vielleicht noch funktionsfähig aus. Aber wie viel dich das gerade wirklich kostet, wie nah du an deiner eigenen Belastungsgrenze bist, das lässt sich von außen kaum erkennen – und ehrlich gesagt oft auch von innen nicht, weil man selbst mittendrin steckt und den Überblick verloren hat.
Warum du das nicht allein einschätzen kannst
Ich habe mit vielen Unternehmern gesprochen, die überzeugt waren, "es geht schon irgendwie", und die Wochen später vollkommen erschöpft zusammengebrochen sind. Der Grund dafür ist einfach: Wenn du selbst mitten in der Erschöpfung steckst, fehlt dir genau der Abstand, der nötig wäre, um sie realistisch zu beurteilen. Du gewöhnst dich an deinen eigenen Ausnahmezustand und hältst ihn irgendwann für normal.
Deshalb reicht es an dieser Stelle nicht, dich selbst zu fragen: "Komme ich klar?" Diese Frage beantwortest du dir als Unternehmer fast automatisch mit Ja, weil du es gewohnt bist, funktionsfähig zu wirken, selbst wenn innerlich längst nicht mehr viel übrig ist.
Genau deshalb habe ich den kostenlosen TRAUERTEST entwickelt. Er ist kein weiterer gut gemeinter Ratschlag, sondern ein ehrlicher Abgleich von außen: In wenigen Minuten beantwortest du gezielte Fragen, und du bekommst eine Rückmeldung, die nicht auf deinem eigenen, möglicherweise verzerrten Selbstbild beruht, sondern auf einer klaren Einordnung deiner tatsächlichen Belastung. Erst mit diesem Ergebnis siehst du schwarz auf weiß, wo du wirklich stehst – nicht, wo du glaubst zu stehen. Der Test ist kostenlos, du investierst nur wenige Minuten, und die Auswertung bekommst du direkt und persönlich per E-Mail.
Bevor du also die nächste Aufgabe stemmst, den nächsten Termin durchziehst, den nächsten Beweis lieferst, dass du alles im Griff hast – nimm dir diese drei Minuten. Es könnte der erste Moment seit langem sein, in dem du wirklich siehst, wie es um dich steht, statt es nur zu vermuten.