Trauern, während dein Unternehmen einfach weiterläuft – dieser Spagat bringt dich an Grenzen, die von außen kaum jemand sieht. Trauercoach Jens Schmidt kennt genau dieses Gefühl aus eigener Erfahrung.

Du trauerst. Und dein Unternehmen fragt nicht danach. Die Rechnungen wollen bezahlt werden, die Mitarbeiter erwarten Führung, die Kunden erwarten Antworten – während in dir gerade alles in Trümmern liegt. 

 

 

Für niemanden in deinem Umfeld gibt es einen Pause-Knopf für dich. Genau diesen Zustand möchte ich heute mit dir anschauen, nicht, weil ich dir sofort eine Lösung präsentieren will, sondern weil ich möchte, dass du dich in dem, was du gerade durchmachst, endlich verstanden fühlst.

 

Ich bin Jens Schmidt, Unternehmer und Trauercoach. Als mein Sohn Tim mit nur 20 Jahren plötzlich starb, stand für einen Moment die Welt still. Nur mein Unternehmen nicht. Ich habe diesen Spagat am eigenen Leib erlebt, und ich bin daran beinahe zerbrochen. Deshalb weiß ich, wovon ich rede, wenn ich sage: Das, was du gerade fühlst, ist keine persönliche Schwäche.

 

Ein Zustand, den nur Unternehmer wirklich kennen

Das eigentlich Grausame an deiner Situation: Während dein Inneres nach Stillstand schreit, verlangt dein Alltag unvermindert Leistung. Ein Angestellter kann sich krankschreiben lassen, sich zurückziehen, für eine Weile verschwinden. Du kannst das nicht. Du stehst zwischen zwei Welten, die sich diametral entgegengesetzt anfühlen: der Welt deiner Trauer, die dich nach innen zieht, und der Welt deines Unternehmens, die dich unerbittlich nach außen zerrt.

 

Ich erinnere mich an Morgen, an denen ich beim Aufwachen dachte, heute schaffe ich das. Und eine halbe Stunde später saß ich auf dem Firmenparkplatz, unfähig, die Autotür zu öffnen. Kein Antrieb, keine Erklärung, einfach nur diese bleierne Lähmung. Für mich, der immer alles im Griff hatte, war dieser Kontrollverlust fast unerträglich. Ich habe ihn als persönliches Versagen empfunden – dabei war er einfach nur ein Ausdruck davon, wie viel gerade wirklich in mir vorging.

 

Die Erschöpfung, die niemand sonst wirklich einschätzen kann

Was diesen Spagat so besonders macht: Deine Mitarbeiter sehen dich funktionieren. Deine Kunden bekommen ihre Antworten. Nach außen wirkt alles, als würdest du es schaffen. Aber was in dir wirklich passiert, während du diesen Schein aufrechterhältst, sieht niemand. Nicht einmal du selbst kannst das in diesem Zustand immer klar erkennen, weil du längst gelernt hast, über deine eigene Erschöpfung hinwegzufunktionieren.

 

Das ist die eigentliche Last dieses Spagats: nicht nur die Trauer selbst, sondern die permanente doppelte Anstrengung, sie zu verbergen, während du gleichzeitig funktionieren musst. Viele Unternehmer, die ich begleite, erzählen mir, dass genau dieses ständige Überspielen sie am meisten auslaugt – mehr noch als die Trauer an sich.

 

Warum "Weitermachen wie bisher" keine Lösung ist

Ich habe lange versucht, diesen Spagat einfach durchzuhalten, in der Annahme, es würde schon irgendwie gehen, wenn ich nur genug Disziplin aufbringe. Das hat eine Zeit lang funktioniert – bis es plötzlich nicht mehr ging. Die Trauer hat sich dann genau in den Momenten gemeldet, in denen ich am wenigsten Kraft für sie übrig hatte, oft mitten in wichtigen geschäftlichen Situationen. Das war kein Zufall. Trauer, die dauerhaft überspielt wird, verschwindet nicht, sie verlagert sich nur.

 

Was dieser Zustand über dich sagt – und was nicht

Wenn du dich in alldem wiedererkennst, möchte ich, dass eine Sache ganz klar wird: Das sagt nichts über deine unternehmerische Fähigkeit aus. Es sagt etwas darüber, wie viel du gerade gleichzeitig trägst – Trauer und Verantwortung, ungefiltert, ohne Verschnaufpause. Diese Doppelbelastung ist eine der größten psychischen Anstrengungen, die es gibt, und die wenigsten Menschen in deinem Umfeld können wirklich nachvollziehen, was das bedeutet, wenn sie es nicht selbst durchlebt haben.

 

Warum du selbst kaum einschätzen kannst, wie weit du schon bist

Hier liegt das eigentliche Problem: Du selbst kannst in diesem Spagat kaum objektiv beurteilen, auf welcher Seite die Waage gerade wirklich steht. Trägst du die Last noch in einem Rahmen, der auf Dauer gut geht? Oder bist du längst über eine Grenze hinweg, die du dir aus Gewohnheit nicht mehr eingestehst? Diese Frage lässt sich von innen heraus fast nicht beantworten, weil du dich an deinen eigenen Ausnahmezustand längst gewöhnt hast.

 

Deshalb reicht "ich komme schon irgendwie klar" an dieser Stelle nicht als ehrliche Antwort. Genau dafür habe ich den kostenlosen TRAUERTEST entwickelt: Er nimmt dir die Selbsteinschätzung ab und zeigt dir stattdessen anhand weniger gezielter Fragen, wie es um dich wirklich steht – wie stark die Trauer dich und dein Unternehmen aktuell tatsächlich beeinflusst, und nicht, wie gut du es nach außen kaschierst. Du bekommst deine persönliche Auswertung direkt per E-Mail, kostenlos, in nur wenigen Minuten.

 

Bevor du wieder in den nächsten Tag startest und versuchst, den Spagat wie gewohnt allein zu halten, nimm dir diese drei Minuten. Vielleicht ist es der erste ehrliche Blick seit langem darauf, wie es dir wirklich geht – nicht, wie stark du gerade wirkst.